Adi's HiFi Blog

 

Das HiFi Thema umtreibt mich seit Jahren, mit Allem was dazu gehört. In dieser Zeit habe ich etliches an Geräten gehört,  getestet und auch auf diversen Kanälen darüber berichtet.

 

Die bisherigen Test-Berichte habe ich hier zum Lesen für euch zusammengefasst. In unregelmässigen Abständen versuche ich, einen kleinen HiFi-Blog führen sofern es meine Zeit zulässt.
Die Inhalte beziehen sich auf meine persönlichen Erfahrungen beim Testen und Hören und müssen für andere nicht stimmig sein.

Ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen, und bei Fragen darf man mich gerne kontaktieren.

 

 

Soulnote Audio E-2 – von einer Note zur nächsten

 

Nachdem ich Euch im letzten Test von der Gold Note PH-1000 Line berichtet hatte, war es an der Zeit einen Zweiten Kontrahenten ins Rennen zu schicken. Die E-2 von Soulnote Audio.

Soulnote Audio ist relativ neu am Markt und in der Schweiz zurzeit nicht vertreten, resp. ich habe keinen CH-Händler gefunden, der eine Soulnote im Sortiment hat. Ich musste mich also im grenznahen Deutschland nach einem Händler umschauen und wurde in Wutöschingen fündig.

Ich holte also die E-2 diese Woche zur Hörprobe zu Hause ab und natürlich musste sie sofort verkabelt und in Betrieb genommen werden. Andernorts wurde mir empfohlen, die E-2 unbedingt warmlaufen zu lassen; ein Rat den ich natürlich befolgte, aber dazu später noch mehr.

Wie immer einleitend ein paar Worte zum bestehenden Setup, womit ich den Test durchgeführt habe:

  • Acoustic Solid – Solid Edition / My Sonic Lab - Eminent GL Tonabnehmer (MC)

  • Magico A5 Lautsprecher an Soulution 330 INT Stereo Vollverstärker

  • GoldNote PH10 mit PSU-10 an XLR OUT

Und um es vorweg zu nehmen, der Bericht reflektiert meine objektiven und subjektiven Empfindungen; andere Personen können zu einer komplementären Meinung gelangen.

Ohne Umschweife geht’s gleich mal ans Eingemachte.

Die Soulnote E-2 ist ohne Übertreibung ein richtiger (Wonne-)Brocken mit 20kg Gewicht. Sehr edel verarbeitet und die silberne Alu Front schmeichelt dem Auge auf Anhieb. Als Fan von schwarzen Geräten gefällt sie mir auch in Silber von Tag zu Tag besser und könnte mir die gut vorstellen. Durch den freiliegenden Deckel sieht man durch die Anthrazitfarbenen Gitter ins Innenleben mit den Orangen LED (die auch einen Nutzen haben, aber das könnt ihr selber recherchieren, genauso das warum der Deckel nicht verschraubt ist.). Es hat so einen analogen Touch. Bei der Grösse wurde ebenfalls nicht gespart - 430(B) × 160(H) × 410(T)mm sind sehr üppige Dimensionen für eine Phono-PRE.

Die E-2 bietet gleich 4 Anschlüsse für Plattenspieler. Einen Balanced-IN Kombianschluss XLR/RCA, zwei RCA (MM/MC) und als Alleinstellungsmerkmal einen Anschluss für Optische TA von DS-Audio. Ich nutzte für den Test den Kombianschluss, und obschon ich meine, dass mein Kabel nicht double-shielded ist wie gefordert, klappte das auf Anhieb. Im Ausgangsbereich nutze ich ebenfalls XLR.
Als erstes dann gleich mal gelauscht – aber da rauscht und brummt nix, Erwartung erfüllt, gut so.

Es gibt «sehr» viele Einstellungsmöglichkeiten (OLD EQ), so man denn sehr alte, oder spezielle Platten besitzt, welche nicht nach RIAA aufgenommen und gepresst wurden. Ist bei mir nicht der Fall, also lässt man das einfach weg. Die Quellenwahl stellt dann automatisch die richtigen RIAA Parameter bereit, und man kann die richtigen Werte für den TA einstellen und loslegen. Ich beginne mit 100 Ohm, weil das die Empfehlung von My Sonic Lab ist.

Daneben finden sich noch LOW CUT (Rumpel), LOW GAIN (-10dB) und eine DEGAUSS Funktion, zum entmagnetisieren, sowie INV (Phaseninvertierung) und MONO (kann auch nützlich sein).
Die restlichen technischen Details findet ihr im Handbuch.

Aber genug der technischen und optischen Informationen, ich komme gleich zum Höreindruck über die 3 Tage.

Die E-2 ist eine Super tolle Maschine, die genau das macht, was die grosse Mehrheit von ihr erwartet und man wird dabei auch nicht enttäuscht. Das Bass Fundament möchte ich hier lobend hervorheben. Das spielt mächtig tief und wunderbar auflösend. Auch der Hochton Bereich ist schon genau das, was die Meisten unter Euch erwarten – so samtig smooth, nie nervend, wunderbar für stundenlanges Hören geeignet. Es ist aber trotz aller Weichheit nicht mit dem klassischen «Wolldeckensound» zu vergleichen. Bühnenbreite ist super, Effekte kommen so wie man sich das wünscht, tolle Performance, gute Dynamik, ein unverschämt gutes Klangbild über den ganzen Bereich.

Sie macht schon Freude, die E-2, und auch optisch ist das ein richtiger Hingucker, wenn man die 20KG mal ins Rack gewuchtet hat.

Ist sie den Preis wert? Klares JA
Macht Sie alles richtig? Ja das tut sie

Wenn ich Kritikpunkte suchen müsste, wären es die Bühnentiefe (ja, der berühmte schwarze Hintergrund, welcher das musikalische Geschehen in den Vordergrund stellt, respektive vom Hintergrund abhebt und die Raumgrösse der Aufnahme besser darstellt) oder auch der Hochtonbereich. Das ist mir gleich nach den ersten Platten aufgefallen. Die Höhen empfinde ich etwas zurückgenommen aber es fehlt nichts. Mir persönlich fehlt etwas der Glanz oben rum. Aber das hängt mit meinen Hörgewohnheiten zusammen und würde ich hier sicher nicht als Kritikpunkt sehen wollen.

Es dauerte eine ganze Weile bis ich mich an das neue Klangbild gewöhnt hatte. So gab es beispielsweise Phasen, wo ich einfach nur Musik gehört habe, ohne auch nur einen Gedanken an Eindrücke für einen Test zu verschwenden. Ich habe keine Stilrichtung gefunden, die mit der E-2 nicht unglaublich gut funktioniert.

Für mich persönlich sind da aber noch andere Punkte über die ich noch ein paar Worte verlieren möchte. Die Verstärkung ist top und die 72dB glasklarer und verzerrungsfreier Sound, welche die E-2 aus dem Eminent GL generiert, sind eine Ansage, aber ehrlich gesagt ist es (zumindest für mich) schlicht zu laut. Tendenziell habe ich am Anfang wohl immer etwas zu laut gehört, was mein Tinnitus als bald quittierte. Gegenüber den 65dB meiner PH-10 sind +7dB halt schon eine Menge Holz. Natürlich stört das nicht, weil es sofort Freude generiert. Bei den ersten Platten hatte ich ständig ein Grinsen im Gesicht. Es gibt zwar die GAIN-Reduktion – aber nicht abgestuft, sondern einfach -10 dB – Zack, da hast Du.
Das hätte man gerne etwas eleganter lösen können, sollen, müssen – ist jetzt halt einfach nicht so. Und mit der -10dB Reduktion hatte ich den subjektiven Eindruck, es geht etwas Dynamik verloren (vielleicht war es auch nur die Lautstärke gewesen - -10dB GAIN am E-2 +10dB am Verstärker justiert).
Verstärkung wird wie folgt angegeben: MC: 72dB / MM: 52dB / OPT: 30dB
Auch die Einteilung der MC Load Parameter sind für mich etwas speziell gewählt – 3/10/30/100/300/1000 – getestet habe ich neben den klassischen 100 (Vorgabe des Eminent) auch 30 (kleinere engere Bühne und ein etwas in sich gekehrter Sound) sowie 300 (etwas offener als bei 100, aber oben rum dann nicht mehr ganz so präzise).

Zur Aufstellung möchte ich Erwähnen, dass die E-2 wirklich warm wird und doch reichlich Luft mag. Ein HiFi Rack wie meins ist gerade mal so ok, ich musste aber oben einen Regalboden rausnehmen, weil das alles für meinen Geschmack etwas zu warm wurde (dem Klang natürlich wohl zuträglich). Danach allerdings war es kein Problem. Man könnte den Eye-Catcher natürlich auch präsent oben auf ein Rack stellen, bei mir geht das leider nicht.

Ihr seht also, es gibt eigentlich wenig zu bemängeln – Die Soulnote E-2 vermag musikalische Träume zu erfüllen, und das sollte die primäre Aufgabe eines Phono-Verstärkers sein. Ich finde, jeder sollte sich die mal anhören, bevor er eine Röhre oder irgendeine andere Phono-PRE kauft.

Fazit:

Ich kann verstehen, dass die Soulnote E-2 zurzeit in aller Munde ist, und ich kann auch bestätigen, dass vieles was von anderen Testern (Bspw. in der Stereo 03/2023) geschrieben wurde für mich so stimmig ist. Ich finde es auch keinesfalls als Hype, denn die E-2 hält wirklich was sie verspricht oder sogar etwas darüber hinaus. Wer etwas weniger Budget zur Verfügung hat, findet mit der E-1 eine passende Vorstufe im Sortiment von Soulnote Audio.

Entschieden habe ich noch nichts, denn so ein finaler Entscheid will wohlüberlegt gefällt werden. Mein Plan sagt, dass es die finale Maschine sein soll/muss, und das Budget wurde mit dem Rest der Anlage die ich gekauft habe schon sehr ordentlich strapaziert. Aber für irgendwas gehe ich ja Arbeiten und leben tue ich auch nur einmal.

Neugierige, Fachsimpelnde und ewig Kritisierende sind mir als Besucher gerne willkommen, schreibt mich einfach an. Freue mich immer über Besuch mit Gleichgesinnten.

Euch allen eine gute Zeit mit viel toller Musik.